Werkzeuge auf einem Tisch im Repair-Café
Wissen für Österreich

Repair-Café gründen_

Alles, was du brauchst, um in deiner Gemeinde ein Repair-Café oder eine offene Werkstatt ins Leben zu rufen. Erfahrungsberichte, Leitfäden und konkrete Vorlagen aus der Community.

OÖ · Salzburg · Steiermark Community-Wissen

Nicht reparieren. Wissen teilen.

Wir betreiben selbst kein Repair-Café. Was wir tun: Wir sammeln, strukturieren und veröffentlichen das Wissen von Menschen, die es bereits getan haben. Aus Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und darüber hinaus.

Ein Repair-Café zu starten klingt einfach, bis man zum ersten Mal vor der Frage steht, welche Versicherung greift, wenn jemand beim Löten einen Kurzschluss verursacht. Oder wie man überhaupt Freiwillige findet, die regelmäßig kommen. Diese Fragen haben andere schon gestellt und beantwortet.

Mehr über dieses Projekt

Leitfäden

Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die wichtigsten Themen beim Start.

Versicherung

Welche Absicherung für Veranstalterhaftung und Ehrenamtliche nötig ist.

Regionale Beispiele

Wie konkrete Cafés in OÖ, Salzburg und der Steiermark organisiert sind.

Vorlagen

Checklisten und Musterformulare direkt zum Verwenden oder Anpassen.

Was dich hier erwartet

Jedes Thema ist ein eigenes Kapitel. Du kannst von vorne anfangen oder direkt zu dem springen, was dich gerade beschäftigt.

Aufbau einer Werkstatt für ein Repair-Café

Der erste Schritt ist oft der unklarste. Du brauchst keinen Verein, keine eigenen Räumlichkeiten und kein Budget im fünfstelligen Bereich. Was du wirklich brauchst, ist ein Ort, eine Handvoll Werkzeuge und Menschen, die mitmachen wollen.

Viele erfolgreiche Repair-Cafés in Österreich haben in Pfarrsälen, Gemeinderäumen oder Bibliotheken angefangen. Manche nutzen bis heute denselben Tisch im Gemeindehaus, an dem sie das erste Mal ein Bügeleisen repariert haben.

Die Grundausstattung umfasst Werkzeug für Elektronik, Textil, Holz und Fahrräder. Nicht alles auf einmal. Anfangen mit dem, was die ersten Freiwilligen können, ist klüger als eine vollständige Werkstatt aufzubauen, bevor überhaupt jemand da ist.

Checkliste ansehen
Freiwillige arbeiten gemeinsam an einem Reparaturprojekt

Freiwillige zu finden ist eine Frage der richtigen Kanäle und des richtigen Zeitpunkts. Pensionierte Elektriker, Näherinnen mit Jahrzehnten Erfahrung, Fahrradmechaniker im Ruhestand. Sie sind in fast jeder Gemeinde da. Sie warten nur darauf, gefragt zu werden.

Erfahrungen aus bestehenden Repair-Cafés zeigen: Der persönliche Kontakt schlägt jede Anzeige. Ein Flyer im Seniorenclub, ein Gespräch beim Gemeindefest, eine kurze Erwähnung in der Pfarrpost. Das funktioniert besser als digitale Kampagnen.

Langfristig bleiben Freiwillige, wenn sie Wertschätzung erfahren und die Arbeit Freude macht. Regelmäßige Treffen außerhalb der Öffnungszeiten, klare Absprachen und das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden, sind entscheidend. Dazu gibt es konkrete Muster aus der Community.

Vorlage: Freiwilligenvereinbarung
Versicherungsdokumente und Unterlagen auf einem Schreibtisch

Die Frage nach der Versicherung ist für viele Gründungsgruppen der erste echte Stolperstein. Und sie ist berechtigt. Was passiert, wenn ein repariertes Gerät später einen Brand verursacht? Wer haftet, wenn sich eine Freiwillige beim Sägen verletzt?

In Österreich gibt es für gemeinnützige Vereine und Veranstaltungen spezifische Lösungen. Die Veranstalterhaftpflicht deckt Schäden an Dritten während des Betriebs. Die Freiwilligenversicherung, die in einigen Bundesländern vom Land mitfinanziert wird, schützt die Helfenden selbst.

Wichtig: Repair-Cafés, die unter einem bestehenden Verein laufen, sind oft bereits mitversichert. Wer ohne Vereinsstruktur startet, muss das aktiv klären. Dieser Unterschied hat praktische Konsequenzen, die wir auf einer eigenen Seite ausführlich behandeln.

Außerdem relevant: Die Frage der Produkthaftung. Wer ein Gerät repariert und es gibt danach Probleme, ist in Österreich in der Regel nicht automatisch haftbar, wenn die Reparatur unentgeltlich und dokumentiert war. Aber "in der Regel" ist keine Versicherung.

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Karte mit Repair-Café-Standorten in Österreich

Kein Repair-Café ist wie das andere. Manche treffen sich einmal im Monat, andere zweimal. Manche sind Teil eines Vereins, andere laufen als informelle Gruppe unter dem Dach einer Pfarrgemeinde oder Bücherei. In Oberösterreich gibt es Initiativen, die eng mit der Gemeindepolitik zusammenarbeiten und Förderungen aus dem Gemeindebudget erhalten.

In Salzburg haben sich mehrere Repair-Cafés in einem losen Netzwerk zusammengefunden, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Werkzeug anzuschaffen. Das reduziert Kosten und schafft Verbindungen zwischen Aktiven aus verschiedenen Orten.

Die Steiermark zeigt ein anderes Bild: Dort sind viele Initiativen stark an Umweltorganisationen und Klimabündnis-Gemeinden angebunden. Die Unterstützung durch das Land Steiermark für Reparaturinitiativen ist dort besonders ausgebaut.

Wir haben Erfahrungsberichte aus all diesen Regionen gesammelt und aufbereitet. Keine Namen ohne Erlaubnis, aber konkrete Einblicke in das, was wirklich funktioniert.

Elektronik-Reparatur mit Lötkolben im Repair-Café

Toaster, Kaffeemaschinen, Staubsauger, Hosen mit Reißverschlüssen, Fahrräder, Tischlampen, Uhren, Handtaschen, Holzstühle. Das ist der Alltag eines Repair-Cafés. Geräte und Gegenstände, die in jedem Haushalt vorkommen und deren Reparatur kein Spezialwissen erfordert, das man nicht in einer Gemeinschaft finden kann.

Was typischerweise nicht repariert wird: Geräte mit Gasanschluss, Elektrogeräte der Klasse I ohne Schutzleiter-Prüfung, alles, was eine Zulassung des Reparateurs erfordert (z.B. Gasleitungen, Hochdruckgeräte). Manche Cafés lehnen auch Smartphones und Laptops ab, weil die Ersatzteile zu teuer und die Reparatur zu zeitaufwändig ist.

Die Entscheidung, was angeboten wird, hängt von den Fähigkeiten der Freiwilligen ab. Kein Café muss alles können. Klare Kommunikation nach außen, was möglich ist und was nicht, erspart Enttäuschungen und schützt die Freiwilligen vor Überforderung.

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Bereit für den ersten Schritt?

Unsere Checklisten und Vorlagen wurden von Menschen zusammengestellt, die den Weg bereits gegangen sind. Nimm sie als Ausgangspunkt, nicht als starres Regelwerk.

Zu den Vorlagen und Checklisten

Etwas beitragen oder nachfragen?

Wenn du Erfahrungen aus deinem Repair-Café teilen möchtest, einen Leitfaden vermisst oder eine Frage hast, die hier noch nicht beantwortet wird, schreib uns. Wir lesen alle Nachrichten und antworten so gut wir können.

Dieses Blog lebt von der Community. Je mehr Menschen ihr Wissen einbringen, desto nützlicher wird es für alle, die noch am Anfang stehen.

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Zwei Personen im Gespräch beim Community-Austausch
Familie mit Kindern beim Reparieren im Repair-Café

Repair-Café und junge Familien

Ein Repair-Café kann für Familien mit Kindern mehr sein als ein Ort zum Reparieren. Es ist ein Ort, wo Kinder sehen, dass Dinge repariert werden können. Dass Wegwerfen nicht die einzige Option ist. Und dass Handwerk etwas ist, das man lernen kann.

Wie Repair-Cafés familienfreundlich gestaltet werden können, welche Sicherheitsaspekte dabei relevant sind und wie andere das gelöst haben, findest du auf einer eigenen Seite.

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