Eine Checkliste ist kein Ersatz für Erfahrung. Aber sie ist ein guter Ausgangspunkt, wenn man noch keine hat. Die Dokumente auf dieser Seite kommen aus der Praxis österreichischer Repair-Cafés. Sie spiegeln wider, was tatsächlich gefragt ist, was vergessen wird und was sich bewährt hat.
Gründungs-Checkliste
StartAlles, was vor der ersten Öffnung geklärt sein sollte. Von der Raumsuche bis zur Versicherung.
- Ort und Räumlichkeit gefunden und abgesprochen
- Mindestens vier Freiwillige zugesagt
- Grundausstattung Werkzeug vorhanden oder geliehen
- Versicherungsfrage geklärt (Veranstalterhaftpflicht)
- Vereinsstruktur oder Trägschaft geregelt
- Datum der ersten Öffnung festgelegt
- Kommunikation nach außen vorbereitet (Flyer, Aushang)
- Reparatur-Annahmeformular erstellt
- Regeln für Besucher:innen formuliert
Freiwilligen-Onboarding
OrganisationWas neue Freiwillige wissen müssen und wie man sie gut einführt, damit sie wiederkommen.
- Willkommensgespräch geführt
- Fähigkeiten und Interessen abgefragt
- Ablauf eines typischen Café-Tages erklärt
- Sicherheitsregeln kommuniziert
- Freiwilligenvereinbarung unterschrieben
- Kontaktdaten aufgenommen
- Erster Termin vereinbart
Versicherungs-Überblick
RechtlichesWelche Versicherungsarten relevant sind und was beim Abschluss beachtet werden sollte.
Veranstalterhaftpflicht
Deckt Schäden an Dritten, die während des Betriebs entstehen. Notwendig für jede Veranstaltung mit Publikumsverkehr. Kann über Vereine oder separat abgeschlossen werden.
Freiwilligenversicherung
Schützt die Helfenden bei Unfällen während der Tätigkeit. In einigen Bundesländern (OÖ, Stmk) gibt es Landesmodelle, die gemeinnützige Vereine nutzen können.
Produkthaftung
Relevant wenn reparierte Geräte später Schäden verursachen. Dokumentation der Reparatur und Haftungsausschluss-Erklärung durch Besucher:innen sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keine rechtliche oder versicherungstechnische Beratung. Bitte kläre konkrete Fragen mit einem Fachbetrieb.
Grundausstattung Werkzeug
AusstattungWas ein Repair-Café an Werkzeug braucht, um die häufigsten Reparaturen abdecken zu können.
Elektronik
- Lötkolben mit Ständer und Lötzinn
- Multimeter
- Schraubenzieher-Set (Kreuz und Schlitz, verschiedene Größen)
- Pinzette, Spitzzange
Textil
- Nähmaschine (mindestens eine, elektrisch)
- Handnähset (Nadeln, Fäden, Fingerhut)
- Schere, Nahtrenner
Allgemein
- Hammer, Säge, Hobel (Holzarbeiten)
- Fahrradwerkzeug-Grundset
- Schleifpapier verschiedener Körnungen
- Kleber (Holzleim, Sekundenkleber, Zweikomponentenkleber)
Muster: Reparatur-Annahmeformular
VorlageWas beim Annehmen eines Gerätes dokumentiert werden sollte, um Missverständnisse zu vermeiden.
Felder im Annahmeformular:
Hinweis: Der Haftungsausschluss im Formular sollte von einer rechtskundigen Person geprüft werden.
Kommunikation nach außen
MarketingWie man das Repair-Café bekannt macht und Besucher:innen sowie Freiwillige gewinnt.
Erfahrungsberichte zeigen: Lokale Medien sind der wichtigste Kanal. Ein kurzer Artikel in der Gemeindezeitung oder ein Beitrag im lokalen Radio bringt mehr als jede digitale Kampagne.
Aushänge an Gemeindeamtern, Supermärkten, Bibliotheken und Pfarren. Direkte Ansprache in Seniorenclubs und Vereinen. Mundpropaganda durch die ersten Besucher:innen.
Wichtig: Klare Kommunikation, was das Repair-Café bietet und was nicht. Wann es stattfindet. Ob eine Anmeldung nötig ist. Was mitgebracht werden soll.
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